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Staatl. Regelschule Konrad Hentrich Geschw.-Scholl-Str. 6 37327 Leinefelde Tel.:03605/502177 Fax:03605/502178

Staatliche Regelschule "Konrad Hentrich"

in Leinefelde - Worbis im Landkreis Eichsfeld

Sehr oft wurde in den letzten Tagen in unserer Schule geprobt. Anlass war das 80 - jährige Jubiläum der Einweihung des alten Schulgebäudes.

Im Mai 1914  beschloss die Gemeinde den Bau eines neuen Schulgebäudes. Jedoch sollten bis zur Fertigstellung noch 14 Jahre vergehen bis am 05. August 1929 der Grundstein gelegt wurde und die Schule nach einer Bauzeit von ca. einem Jahr mit einem Dorffest eingeweiht werden konnte.

Grund genug um am 23. April 2010 an diesen Tag vor 80 Jahren mit einem Fest zu erinnern.

Feierstunde

Das Programm wurde klassisch von Jael, Robert und Thomas eröffnet, die auf ihren Celli und der Querflöte Preisträgerstücke des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ spielten. Nach der Begrüßung und Vorstellung der Gäste übergab der Leiter der Regelschule, Herr Schmerbauch, die Moderation an Anna und Ulrich, die durch das weitere Festprogramm führten. Im Mittelpunkt stand die Zeit-, Schul- und Musikgeschichte der letzten acht Jahrzehnte.

Thomas, Dominik und Sven machten den Anfang mit einer gekonnten Darbietung des Ohrwurms „Mein kleiner grüner Kaktus“ von den Commedian Harmonists, der zu Beginn der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts entstand. Dieses Jahrzehnt endete mit dem schrecklichen zweiten Weltkrieg. Im Frühjahr 1945 zogen die alliierten Streitkräfte in Leinefelde ein und die Schule diente als Quartier der amerikanischen und später, nach deren Abzug, der sowjetischen Truppen. Christopher erinnerte an den damals sehr populären Jazzblaser Louis Amstrong und Laura tanzte zu dem russischen Folklorestück „Katjuscha“, dessen Text in dieser Zeit entstand.

Nach dem Krieg wurde ein neues Bildungswesen aufgebaut, das die Erziehung der Kinder zunächst im Geist des Friedens und der Völkerverständigung und später zum sozialistischen Menschen zum Ziel hatte. In jener Zeit entstanden viele Kinderlieder. Stellvertretend sang die Grundschule das Lied „Wenn Mutti früh zur Arbeit geht“ von Kurt Schwaen. Sehr bunt war der anschließende Volkstanz des Hortes in Eichsfelder Trachten.

Die Zeit der 60iger und 70iger Jahre gehörte dem Schlager. Die siebte und neunte Klasse interpretierte den damaligen Spitzenreiter „Schön ist es auf der Welt zu sein“. In jenen Tagen wurde das Fernsehen zum Massenmedium. Sven und Metin karikierten die Fernsehserie „Dick und Doof“, die damals in die Wohnzimmer flimmerte. Diese Zeit wurde auch groß durch den King des Rock’n Roll Elvis Presley, den Niclas zusammen mit den Mädchen aus der siebten und achten Klassen wieder belebten

Nach wie vor ist das Fahrrad eines der beliebtesten Fortbewegungsmittel der Kinder. Die Grundschüler brachten ihm mit Kaufmann’s „Lied vom Drahtesel“ ein Ständchen. Nachdem wir etwas von „Schnurrdiburr“ erfahren hatten, setzten Niclas, Thomas und Dominik die Rolling Stones in Szene. Jedoch ließen sich das die Beatles, alias Elias, Christoph, Andreas und Vincent nicht lange gefallen und rissen den Stones die Instrumente aus den Händen und riefen um Hilfe („Help!“). Erst Drafi Deutscher, bei uns unter dem namen Ricardo bekannt, schlichtet die Szene mit dem Gassenhauer “Marmor, Stein und Eisen bricht…“.

Die DDR sah sich ganz als Land des Friedens und die Grundschule sang das Lied von der „Kleinen weißen Friedenstaube“, dass von einer Nordhäuser Kindergärtnerin geschrieben wurde. Dazu erhoben sich 80 Tauben aus ihren Schlägen.

Nach einer nicht so ganz ernst gemeinten poetische Betrachtung der deutsche Sprache, drohte Ann - Kathrin, als Nina Hagen, dem armen Daniel, beziehungsweise dem Micha, mit ernsthaften Konsequenzen, da der Farbfilm für die Kamera vergessen wurde. Wenn man musikalisch die Siebziger betrachtet, darf auf keinen Fall das schwedische Popquartett ABBA fehlen, die von Lukas, Jennifer, Ann - Kathrin und David wiedervereinigt wurden. Die achtziger Jahre standen ganz im Zeichen der Disko und Popkultur. Christoph und Andreas parodierten zusammen mit Laura das deutsche Popduo „Modern Talking“.

In der DDR fanden sehr häufig Fahnenapelle der FDJ und Pionierorganisation in der Schule statt. Oft wurden diese mit dem Lied „Heut’ ist ein wunderschöner Tag“ umrahmt, dass die Grundschule nach langer Zweit wieder sang. Mit Udo Lindenbergs „Sonderzug nach Pankow“ erinnerte die achte Klasse an die Zeit unmittelbar vor der Wende.

Nach dem wir von den Erlebissen eines Sperlings im Zoo, ’tschuldigung, auf dem Schulhof erfahren hatten, kamen wir  zeitreisetechnisch in unserem Jahrtausend an. Die Mädchen der achten Klasse machten uns mit ihrem fantastischen Umwelttanz auf die heutigen Probleme des Umweltschutzes aufmerksam. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an den Leinefelder und Beurener Karnevalsverein für die tolle Unterstützung.

In unserer Schule wird viel gelernt, „Sport getrieben, gekocht, gehandwerkert, physikalische Experimente gemacht, gebastelt und gemalt, Theater gespielt und gesungen, aber auch getanzt.“ So auch in der sechsten Klasse, die zu Lady Gaga’s „Pokerface“ einen Popdance darbot.

Nachdem das Programm beendet war, kamen unsere Gäste zu Wort. So auch die Familie des Namengebers unserer Schule, die Familie Hentrich, die uns weitere Dokumente aus dem Wirken des Professors und ein Buch des diesjährigen Preisträgers des "Buxtehuder Bullen" übergab. Vielen herzlichen Dank. Auch der Schirmherr der Feierlichkeiten, Bürgermeister G. Reinhardt, nahm die Gelegenheit war, ein paar Grußworte zu sprechen. Er hat eine ganz besondere Beziehung zur Schule, da er selbst einmal hier die Schulbank drückte. Bevor Herr Schmerbauch die Schüler zum Schulfest aufrief, gab der Leiter des Schulamts, Herr M. Henning einen Ausblick auf die Zukunft des Schulstandorts.

Zum Abschluss des Festprogramms hörten wir von der siebten Klasse das neu entstandene Schullied zu dem sich Luftballons in die Luft erhoben. 

Absolvententreffen

Am Abend füllte sich die Leinefelder Obereichsfeldhalle mit vielen Gästen. Es ist schon Tradition geworden, dass das Schuljubiläum mit dem Absolvententreffen beschlossen wird. Viele nutzen hier die Gelegenheit, um die ehemaligen Mitschüler wieder zutreffen.

Die Schüler führten ein Programm auf, das an die Epochen der vergangenen Jahrzehnte musikalisch - tänzerisch erinnerte. Ein Highlight des Programms ist der Auftritt der Schüler zusammen mit dem Thomas - Müller - Sextett. Sie sangen das wohl bekannteste Schülerstück der  Rockgeschichte: „Another Brick in the Wall“ gemeinsam. Eigens zum Jubiläum entstand der Text zum Lied „Unsere Schule in Alt - Leinefelde“, das zum Abschluss des Programms von den jetzigen Schülern und Lehrern der Schule gemeinsam gesungen wurde.

Im Foyer der Obereichsfeldhalle, wurde die Tombola dicht umlagert und die Gäste konnten auf einem Video und an Tafeln ihre eigene Schulzeit wieder entdecken.

Es war ein unvergesslicher Abend. An dieser Stelle noch einmal vielen herzlichen Dank an alle, die uns bei der Vorbereitung und Durchführung des Festes geholfen haben.