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Staatl. Regelschule Konrad Hentrich Geschw.-Scholl-Str. 6 37327 Leinefelde Tel.:03605/502177 Fax:03605/502178

Staatliche Regelschule "Konrad Hentrich"

in Leinefelde - Worbis im Landkreis Eichsfeld

Das Schuljahr 1950 stand unter dem Motto: „Jahr des Kampfes für den Frieden“. Die am 06. März 1946 in der sowjetischen Besatzungszone gegründete FDJ und die am 13. Dezember 1948 ins Leben gerufene Pionierorganisation führten viele Veranstaltungen durch, um die Kinder und Jugendlichen im „Geist des Friedens und der Völkerverständigung“ zu erziehen. Eigens zu diesem Zweck wurden Pionierleiter ausgebildet und nahmen in den Schulen ihre Tätigkeit auf. Im Jahr 1953 waren 75% der Schüler Mitglied der Pionierorganisation.

Das Politbüro der KPdSU in Moskau beschäftigte sich im Mai 1953 mit „Maßnahmen zur Gesundung der politischen Lage in der DDR“. Diese „Maßnahmen“ sahen unter anderem auch ein Gegenmodell zur Firmung bzw. Konfirmation der Kirchen – die Jugendweihe vor. Sie beinhaltete das Gelöbnis zum sozialistischen Staat und war eine Fortsetzung der Traditionen der Arbeiterbewegung. Von den 40 Schulabgängern des Jahres 1955 nahmen drei an der Jugendweihe teil.

Mitte der 50er Jahre setzte sich immer mehr der Fachunterricht durch. Auf dem Stundenplan standen Fächer wie Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Geschichte, Geografie und Russisch.
Der Aufbau der Industrie der DDR verlangte nicht nur theoretisches Wissen, sondern es setzte sich auch die Vermittlung praktischer Fähigkeiten durch. Die 5. und 6. Klassen erhielten ab dem Schuljahr 1956/57 Werkunterricht, der zunächst in den zwei Räumen des Dachgeschosses von Tischlermeister Robert Huke erteilt wurde. Im Schuljahr 1958/59 standen die Fächer „Einführung in die sozialistische Produktion“ (ESP) und „Technisches Zeichnen“ (TZ) zum ersten Mal für die 7. und 8. Klassen auf dem Stundenplan. In dieser Zeit kam auch der „Unterrichtstag in der sozialistischen Produktion“ hinzu, der zunächst in die volkseigene Genossenschaft Beinrode führte.

Direktor Theobald Stöber bemängelte das Fehlen einer Turnhalle, da der Sportunterricht bei schlechtem Wetter ausfiel. Die Gemeindevertretung stellte daraufhin den Saal zur Verfügung. Für den Schwimmunterricht wurde "Mertens Teich", der heutige Stadteich, genutzt. Leichtathletische Disziplinen absolvierte man bis zum Bau einer Kleinsportanlage 1967 auf dem Gelände der späteren Baumwollspinnerei.

Um die Beziehungen zwischen der Schule und Wirtschaft weiter zu verflechten, wurde ein Patenschaftsvertrag mit dem VEB Reparaturwerkstatt Leinefelde geschlossen. Weitere Betriebe kamen später hinzu. Die Schule verpflichtete sich zu kulturellen Beiträgen und erhielt vom Patenbetrieb materielle Unterstützung und Beistand bei vielfältigen Problemen.

Alle Lehrbücher der in der Schule unterrichteten Fächer wurden zentral vom Verlag „Volk und Wissen“ herausgebracht. Viele neue Lern- und Lehrmittel bekam die Schule in dieser Zeit neu.
Ebenfallls nahmen viele Arbeitsgemeinschaften (Mathematik, Modellbau, Chor, Sport…) ihre Tätigkeit auf. Sie boten den Schülern die Möglichkeit, sich nach der Schule mit der Erlangung von Fähigkeiten und Vertiefung des Wissens über den Schulstoff hinaus, zu befassen.